Die Sage der Mönchsgraben-Hexen

Mönchsgraben-hexe

Um das Jahr 1590 wurden vier Frauen aus den Gemeinden Rangendingen, Sickingen und Bechtoldsweiler beschuldigt, auf dem Gewann „Schöner Rein“ bei den alten Eichen Hexentänze und Teufelsbeschwörungen  abgehalten zu haben.

Madlene Arnott wurde zusammen mit Margarete Haug aus Sickingen, Anna Oster und Katarine Clan beide aus Rangendingen der Hexerei bezichtigt und im Jahre 1598 zur Richtstätte am Heilig Kreuz geführt und durch das Feuer, vom Leben zum Tod, als Unhold lebendig zu Pulver und Asche verbrannt und hingerichtet.

Wandermönch

Seit dem Jahr 1968 erinnert nur noch ein großer Grabstein an das, in der Hochburg gelegene, Mönchshaus. Die Überlieferungen besagen, dass an dieses Stelle einst ein Kloster, gar eine Burg gestanden haben soll. Bereits im 15. Jahrhundert wurde dieser Ort von frommen Rangendingern und Reisenden auf Wallfahrt aufgesucht. War durch die Bemühungen von Bruder Eberhart – ein Mitglied der Waldbrudergenossenschaft – sogar ein Altar herbeigeschafft worden. Es war nun nicht wunderlich, dass auch immer wieder Wandermönche durch die Rangendinger Wälder zogen. 

Im Laufe der Zeit häuften sich jedoch Berichte dieser Reisenden über die Sichtungen von Hexen, die in den Wäldern ihr Unheil trieben. So wurden Frauen bei Hexentänzen oder Teufelsbeschwörungen in den Wäldern beobachtet. Einer der reisenden Wandermönch nahm sich daraufhin der Hexenjagd an und überführte die Frauen schließlich der Hexerei. Durch seine Anschuldigungen fanden viele Frauen den Tod durch das Feuer. Nach seinem Tod wurde sein Erbe durch seine Brüder fortgesetzt.

Reeba-Maale

Noch heute zeichnet sich im Gebiet der Hochburg die Vergangenheit ab, denn vor 500 Jahren wurden die Hänge noch für den hiesigen Weinbau genutzt. 

Wir schreiben das Jahr 1622. Jährlich werden von den Weinbauern tausende Liter Wein produziert. Während sich die Herrschaft am Wein erfreute und die Bauern mit den Abgaben rangen, interessierte sich noch jemand für für die Weinberge. In der Nacht oder den frühen Morgenstunden kann man ein besonderes Wesen zwischen den Reben entdecken. Halb Mensch – halb Wein. Gekleidet in Blätter. Trauben und Laub zieren sein Gesicht. Wer dieses Wesen sieht, erkennt es sogleich. Es ist einvReben-Maale. Sie kosteten Trauben und pflegten die Reben. Sie nehmen nur, was sie auch brauchen und die Bauern lassen sie unbehelligt ihr Werk tun. Verhilft doch ihr Zutun den Weingütern zu gutem Ruf und zu Wein von unumstrittener Qualität. Ob diese Maale mit dem Ende des Weinbaus verwanden oder noch immer in den Wäldern der Hochburg zuhause sind, vermag keiner zu sagen.

Rangendingen, im Juni 2004
Narrenverein Mönchsgraben-Hexen Rangendingen